Alte Naturheilverfahren wieder neu entdeckt
Alte
Naturheilverfahren wieder neu
entdeckt
In
den letzten Jahren hat die Bedeutung der
Naturheilverfahren wieder zugenommen- nicht zuletzt
wegen der ständigen Umstrukturierungen im
Gesundheitswesen.
Die Grundzüge der Naturheilverfahren liegen im
Altertum bei Hippokrates- mit seiner Lehre der
Humoralpathologie legte er den Grundstein der
heutigen Verfahren. Hippokrates definierte den
Begriff Krankheit als Störung der Beschaffenheit der
Körpersäfte mit Verschlackung. Eine Folgerung aus
dieser Lehre war, dass schädliche Stoffe nach außen
geholt werden müssen. Dies geschieht durch
äusserliche Anwendungen. Paracelsus schrieb einige
Jahrhunderte später: “Findest du einen Schmerz
irgendwo an einem Ort, so wisse, dass die Natur an
diesem Ort eine Austrittsstelle haben will. Ist sie
nicht von Natur aus da, dann mache sie, denn die
Natur muss sie hier haben und die Natur eilt nur der
Austrittsstelle zu. (...)“. Später wurde der Begriff
„Ausleitende Verfahren“ geprägt. Unter diesem
vereinen sich folgende Therapien: Blutegeltherapie,
Schröpfen, Aderlaß, Cantharidenpflaster- später kamen
noch das Baunscheidtverfahren und das Rödern hinzu.
Gerade die Blutegeltherapie hat an Beliebtheit
gewonnen- nicht ohne Grund: die Egel sind vielseitig
anwendbar- grundsätzlich kann man sagen, dass bei
allen Arten von Entzündungen Blutegel angesetzt
werden können- das bekannteste Einsatzgebiet ist
sicherlich die Venenentzündung/Krampfadern. Aber auch
in der Schmerztherapie oder bei chronischen
Erkrankungen wie Tinnitus, Bluthochdruck, Migräne
oder Arthrosen können gute Erfolge verzeichnet
werden.
Auch der Aderlass wird wieder vermehrt eingesetzt,
nachdem er für lange Zeit fast gänzlich aus den
Praxen verschwunden war. Der Aderlass wirkt anregend
auf den ganzen Organismus, Schlacken und Toxine
werden ausgeschieden und das Immunsystem wird
angeregt. Haupteinsatzgebiete hier sind v.a. „dickes
Blut“, Durchblutungsstörungen, Bluthochdruck,
Schlaganfallgefahr, Migräne, Schwindel oder
Stoffwechselerkrankungen wie Übergewicht, Gicht und
Diabetes.
Die allgemeinen Wirkungen der Ausleitenden Verfahren
sind u.a.: Eine Verbesserung des Stoffwechsels durch
Aktivierung des Bindegewebes, Ableitung von Schmerz-
und Entzündungsstoffen. Zudem kommt es zu einer
Immunstimulans und einer Stimulans der Organe über
Reflexzonen.
In vielen Naturheilpraxen sind die Ausleitenden
Verfahren heute eine Grundlage der Therapie von
vielen Erkrankungen, und aus dem Praxisalltag nicht
mehr wegzudenken.
Aber auch für die häusliche Anwendung bieten alte
Naturheilverfahren Möglichkeiten: allen voran die
Kneipp-Methoden wie Wickel, Bäder, Güsse oder
Bürstungen - um nur einige Verfahren zu nennen.
Solche Anwendungen sind meist kostengünstig und
einfach durchzuführen, und auch bei Kindern gut
anzuwenden. Mit einfachen Massnahmen werden hier
schnell Erfolge erzielt, und der Körper sanft im
Heilungsprozess unterstützt.
Gudrun
Faller